Greenwashing Des EU-Finanzgesetzes Löst Wahlkampf Durch Experten Aus
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Video: Die Medien im Wahlkampf | Parteien- und Wahlforscher Prof. Dr. Oskar Niedermayer 2022, Dezember
Anonim

Umwelt- und Verbraucherorganisationen ziehen sich aus einer EU-Expertengruppe aus Protest gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission zurück, zerstörerische Forstwirtschaft und stark emittierende Arten von Biomasse als nachhaltige Investitionen einzustufen. Die neuen Regeln basieren nicht auf Klima- und Umweltwissenschaften und ignorieren die Empfehlungen der EU-Expertengruppe für nachhaltige Finanzen, sagten die Organisationen.

Die NGOs Transport & Environment, WWF European Policy Office, BirdLife Europe and Central Asia, die Verbrauchergruppe BEUC und die Befürworter von Ökostandards ECOS fordern Gespräche mit der Kommission, um Regeln aufzustellen, die verhindern, dass die wissenschaftliche Grundlage des EU-Taxonomiegesetzes weiter kompromittiert wird. Der Vorsitzende der Expertengruppe, Nathan Fabian, forderte heute gemeinsam mit den Organisationen eine Überarbeitung der Regeln.

Luca Bonaccorsi, Direktor für nachhaltige Finanzen bei T&E, sagte:

„Das Taxonomiegesetz sollte der Goldstandard für nachhaltige Finanzen sein. Aber das Ergebnis war das Greenwashing von schmutzigen Frachtschiffen, Gasbussen und dem Abholzen und Verbrennen von Bäumen. Umweltschützer werden nicht auf den Prozess zurückkommen, bis die Kommission wieder auf die Wissenschaft zurückkommt.“

Die Entscheidungen, schädliche Forst- und Biomasseprojekte zu befürworten, diskreditieren die Taxonomie, die gesetzlich vorgeschrieben ist, um wissenschaftlich fundiert zu sein, vollständig, so die Organisationen. Die Kommission beschloss außerdem, Frachtschiffe, die stark umweltschädlichen „Bunker“-Kraftstoff verbrennen, und Busse, die mit fossilem Gas betrieben werden, als „nachhaltig“einzustufen. Eine Entscheidung über fossiles Gas als Energieträger wurde auf eine spätere Verfahrensstufe verschoben.

Die fünf Organisationen haben ihre Teilnahme an der Expertengruppe ausgesetzt, um eine Vertuschung weiterer Greenwashings zu vermeiden. Sie riefen die Mitglieder der Expertengruppe und führende Abgeordnete auf, sich ihrem Protest anzuschließen. Sie werden ihre Arbeit wieder aufnehmen, wenn die Kommission den Forderungen des Vorsitzenden der Expertengruppe zum Schutz vor politischer Einflussnahme nachkommt.

Die Taxonomie-Verordnung legt fest, welche Geldanlagen als ökologisch nachhaltig bezeichnet werden können. Die aktuelle Liste umweltverträglicher Aktivitäten wird von der Kommission erstellt und soll auf Empfehlungen der Expertengruppe von NGOs, Finanzmarktunternehmen und EU-Agenturen basieren.

Die Kommission hat heute auch ihren Vorschlag für eine Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (NFRD-Reform) veröffentlicht. T&E begrüßt die überarbeitete Richtlinie und die Einführung eines an die Taxonomie-Verordnung angepassten Berichtsstandards. T&E und andere Experten-NGOs sind jedoch besorgt, dass Unternehmen in „Hochrisikosektoren“wie dem Bergbau ausgeschlossen und nicht verpflichtet sind, über die Nachhaltigkeit ihres Geschäfts zu berichten. Auch börsennotierte KMU werden in den ersten drei Jahren des neuen Gesetzes ausgenommen.

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